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Walter Wittmanns Engel künden von Atomisierung der Gesellschaft, von Freud'scher Verdrängung, von Rand-Existenz, vom Maskenspiel des Kapitals. Sie führen dem Künstler wie dem Mörder die zielstrebige Hand, - möge das Werk gelingen! Sie künden vom Bösen, - mögen der Betrug, der Diebstahl, die Vergewaltigung gelingen! Und sie verweisen auf Ganzheit, Offenheit, Verwandlung ins Innere, auf Liebe als die andere Option des Lebens.
Engel, Bewohner der Zwischenwelt, sie lächeln Leben, wo Zeichen der Vanitas wienerisch-barock allgegenwärtig sind, sie begleiten lächelnd zum Tod, wo das Leben am dichtesten, grellsten, lautesten rast. Der Gleichklang des Scheins transformiert in Gleichmut des Seins. - Und trotzdem (so Rilke): Hiersein ist herrlich!
Walter Wittmanns Asphalt-Engel sind luftig-leichte Grafitti-ähnliche Gebilde, Großstadt-Insignien in Asphaltgrau und Bubblegum-Rosa, sie künden in kindlich-spontanem Schein von Gegenwartsbefindlichkeit, vom Ja zum Jetzt und Hier, von der Unschuld des Werdens, und sie transzendieren - mit engelhaftem Augenzwinkern - das bewusst-Sein zum Tode.
Mag. Dr. Marie-Luise Leitner